|
Auf diesen Seiten stelle ich einige meiner neusten Gedichte vor. Die Gedichte, die vor 2008 entstanden sind, finden Sie auch in meinem Buch “Von hier, zu Dir”, welches Sie hier bestellen können: mehr dazu!
Einige meiner Kindergedichte sind hier zu finden: mehr dazu!
Für Ihre Veranstaltungen am Nachmittag oder am Abend biete ich Lesungen an. Informationen zum Programm finden Sie hier: mehr dazu!
  In die Nacht Worte wie LiederBlätter erzählenMondstaub schwebt niederLeis’ atmen die Seelen Zeitlose TräumeSamtweicher HauchEs lauschen die BäumeHerzen, die auch SchattenverhangenNetze aus LichtMomente gefangenEin Abendgedicht © Thomas Koppe, 2007 *** Der Brief
Es ist noch sehr bald in der Frühe, ein Postauto hält vor dem Haus; der Briefträger steigt mit viel Mühe und einem Brief in der Hand aus.
Ein Brief? Was könnt' in ihm stehen? Neugierig bin ich zwar nicht, doch würd' ich schon gern' hinein sehen und brächt' das Geheimnis ans Licht.
Beherbergt er Worte der Liebe? "Adonis, erinn're Dich mein! Die Jugend, die Zeit erster Triebe, komm, lasse sie wiederum sein!"
Finden sich in jenem Briefe, die herrlichsten Lobesgesänge? "Ihr Werk, welch' Glanz und die Tiefe, gelungen, in ganzer Länge."
Steht in den Zeilen geschrieben: "Der Erbe sind Sie nur allein'... plötzlich in Reichtum verschieden... es sei denn, Sie sagen nein."
Trägt er vom Freunde die Nachricht: "Die Fete steigt heute um acht... es besteht Alkoholpflicht... Begleitung ist nicht angebracht!"
Wird in ihm schweifend berichtet: "Die Jury tat sich gar nicht leicht... man habe nun alles gesichtet... Glückwunsch, Sie haben's erreicht."
Schickt hier die Lottogesellschaft, so klingende Kunde auf Reisen? "Sie brauchen jetzt wirklich viel Kraft... Wohin dürfen wir überweisen?"
Das Postauto ist längst gefahren. Ein Brief liegt geöffnet im Schrank. Ich muss wohl ein wenig mehr sparen. Herr Postbote, na vielen Dank.
© Thomas Koppe, 2007
Blumen, Lieder und der Wein
So schön auf dieser Welt sind doch die BlumenJa herrlich zart und rein und sternengleichUnd so entzückend strahlt das liebste Lächelnwenn ich dir deine Lieblingsblüten reich’ Noch schöner als die Blumen sind die LiederWie sanft du dich zu ihren Klängen wiegstUnd dich, verträumt in wundervollen Stundenganz eng an meinen armen Körper schmiegst Der Wein, er ist jedoch das AllerschönsteSo feurig wie er deinen Leib entfachtUnd stürmisch, leidenschaftlich immer wiederfinde ich mich in manch heißer Nacht Die schönen Dinge dieser Welt sind Blumen,noch mehr die Lieder, ach und erst der WeinDie schönsten Dinge möchte ich nicht missenWas fiele mir nur ohne diese ein © Thomas Koppe, 2008 ***
Hochgeehrt
Dein Haar, deine Haut, dein Lachen, vertraut, deine Stimme, bezaubernd so warm. Augen aus Licht, im schönsten Gesicht, dein Mund, lieblichster Charme.
Dein frohes Gemüt, dein Herz, wie es glüht, dein Geist, dein Verstand, unbeschwert. Dein Lieben, dein Leben, dein Handeln, dein Streben -
So hoch fühle ich mich geehrt.
© Thomas Koppe, 2007
*** Möcht' noch In meinem Leben möchte ich noch tausend Fahnen hissen Auf die ich schreib: Mir geht es gut! Doch auch: Mir geht's beschissen! Ich will noch kampflos untergehen! Kämpfend wieder siegen!Möcht' unter manche Normen fallend über meinen liegen Will auf der Überholspur noch den Blinker mutig setzenUnd still vom Seitenstreifen schaun wie andre vorbei hetzen Ich werd' in meinem Leben stets Gefühle leben lassenFiebrig soll die Liebe sein und fiebrig möcht' ich hassen Ich möcht' nach einer guten Tat auch Dank entgegennehmenUnd nach mancher Peinlichkeit mich hin zum Tode sehnen Ich will den Mut zum Freunde und die Angst zum Kumpel habenNoch viele heiße Abenteuer mit den beiden wagen In meinem Leben möchte ich noch tausend Fahnen hissenAuf die ich schreib: Was ist es nun? Und auch: Ich will es wissen!
© Thomas Koppe, 2007
***
Schlaraffenland allzeit Mitredendes Grundwissens wegenfort mit den Notenein Herz für Idioten Kinder, zwei kleineAlte in HeimeTage totschlagen und Nachbarn - verklagen dem Christkindl lauschenGeschenke umtauschengib was fürs Sparschwein oder -nen’ Gutschein weltweiter EinblickFreunde -per Mausklick Monster erschaffenund prächtigste Waffen verlorene Bräuchegewachsene BäucheSesselplattsitzerBeimessenschwitzer alles Mitnehmennach Einfachheit sehnenFernsehgeflimmerstatt Milchstraßenschimmer für bessere Zeitenin Kaschemmen streitenbei leeren Kassenanschreiben lassen RiesenportionenWale verschonenDiäten versuchenund Käsekuchen
© Thomas Koppe, 2008
***
In eurem Namen
Ihr führt in eurem Namen Krieg.Ihr führt ihn nicht in meinem!Ihr führt ihn bis zu eurem Sieg.Und wieder bis zu keinem. Ihr führt in eurem Namen Krieg?Und einzig für’s Gerechte -Denn ihr erklärt den Unterschied.Hier wir – und dort das Schlechte. Führt ihr in unsrem Namen Krieg?Für unsrer Kinder Leben?Führt ihr ihn bis zu ihrem Sieg?Wird ihnen dann vergeben? Ihr führt in eurem Namen Krieg!Und habt für uns entschieden.Ihr tötet nur für euren Sieg.Ihr tötet für den Frieden? Ihr führt den Krieg in alle Zeit.Habt ihn für uns beschworen.Der Unterschied, er liegt im Leid.Im – Wo bist du geboren? Ihr führt in eurem Namen Krieg!Ihr führt ihn nicht in meinem!Ihr führt ihn bis zu eurem Sieg.Und wieder bis zu keinem.
© Thomas Koppe, 2008
|